Hecken prägen das Landschaftsbild im Vogelsberg. Sie bieten je nach Standort bis zu 1.500 Arten Lebensraum, darunter Neuntöter, Rebhuhn, Haselmaus, Igel, Kreuzkröte oder Zauneidechse.

 

Vor der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Zusammenlegen von Flurstücken grenzten Hecken das Eigentum ab, waren Zaunersatz für Weidevieh und lieferten Holz. Auf Grünland- und Ackerflächen schützen sie vor Wasser- und Winderosion und wirken klimaregulierend.

 

Eine regelmäßige Pflege der Hecken ist unerlässlich. Alle 8 bis 15 Jahre sollten sie abschnittsweise „auf den Stock gesetzt“ werden. Dabei wird das Strauchwerk auf ca. 15 - 20 cm Höhe abgeholzt. Überalterte Gehölze werden mit der Zeit zu dicht oder bestehen nur noch aus Einzelbäumen ohne die wichtige Strauch- und Krautschicht. Für eine Vielzahl von Arten sind sie dann als Lebensraum ungeeignet und verlieren ihre Funktion als Verbindung zwischen Rückzugsorten für Kleintiere. Vielerorts sind Hecken bedroht und müssen den immer größeren Platzansprüchen der intensivierten Landwirtschaft weichen.

 

 

Hintergrundinformation

 

Die Hecke hat ihren historischen Ursprung im Mittelalter. Bauern nutzten sie  zur Abgrenzung des Ackerlandes, des Eigentums und zur Abwehr wilder Tiere. Dabei stellte sie außerdem einen wirtschaftlichen Nutzen für den Bauern dar: zur Futtergewinnung für das Vieh wurde die Hecke regelmäßig beschnitten, ließ die Baumart der Hecke es zu, so konnte überdies Brennholz gewonnen werden.

 

Die ursprünglichen Funktionen der Hecke finden heute keinen Nutzen mehr. So wird sie vom Mensch in Wohngegenden vermehrt als Sicht- oder Lärmschutz, als Schattenspender oder zur Verschönerung des Landschaftsbildes genutzt. In der Landwirtschaft besitzt die Hecke hingegen eine hohe Bedeutung. Sie bietet Schutz vor Wind- und Schneeverwehungen sowie vor Befall der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen mit Schädlingen. Die Hecke erhöht die Taubildung und verringert die Verdunstung. So stabilisiert sie die Bodenfeuchte und schafft einen Ausgleich der Bodentemperatur.

 

Unbeachtet bleibt jedoch meist die hohe ökologische Bedeutung der Hecke für die Umwelt. Die Hecke zählt zu den Linienbiotopen und trägt bei fehlendem Wald- und Grünlandanteil zur Biodiveristät und Vernetzung von Biotopen bei. Dabei bildet sie einen Wanderweg und ermöglicht die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen in ansonsten landwirtschaftlich  (oder forstwirtschaftlich) genutzter Landschaft. Insekten, Vögeln, Reptilien und Kleinsäugern dient die Hecke auf der Wanderung als Rastplatz und zur Nahrungssuche. Amphibien nutzen den Biotopverbund überdies zum Überwintern. Die Tiere erhalten Schutz vor der Witterung und Feinden.

 

Die ideale Hecke besteht aus drei Zonen: Saumzone, Mantelzone und Kernzone. Die Kernzone sollte in der Mitte die höchsten Gehölze beinhalten, die Saumzone setzt sich hingegen aus Stauden und Wildkräutern zusammen.

 

 

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