Bauern mähen seit Jahrhunderten die Bergmähwiesen im Sommer, zusätzlich weiden dort oft Rinder, Pferde oder Schafe. Der richtige Zeitpunkt der ersten Mahd (= Mähen) ist entscheidend für die Naturvielfalt.

 

Wird zu spät oder gar nicht gemäht, verdrängen durchsetzungsstarke Pflanzen schwächere Arten und reduzieren die Pflanzenvielfalt. Wird zu früh und zu viel gemäht, verschwinden Kräuter und andere Pflanzen, die noch nicht samenreif sind und sich nicht vermehren können. Der ideale Zeitraum für die erste Mahd der Bergmähwiesen liegt Anfang bis Mitte Juli. Für die Tiere sind die frischen Gräser und Kräuter voller wertvoller Nährstoffe und das gewonnene Heu ein Gourmet-Futter.

 

Die Herausforderung besteht heute darin, Naturschutz und Landnutzung in Einklang zu bringen und dabei auch den wirtschaftlichen Aspekt zu berücksichtigen. Trotz Ausgleichszahlungen erleben viele Landwirte wirtschaftlich schwere Zeiten. Die hohe Arbeitsbelastung in der Viehhaltung ohne Wochenende und Urlaub tragen ihr Übriges dazu bei, dass die Zahl der Bewirtschafter seit Jahren rückläufig ist.

 

Deshalb ist die Zusammenarbeit der Landwirte mit den Fachbehörden des Vogelsbergkreises, dem Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg und der Nachhaltigkeitsinitiative „Nähe ist Gut“ sehr wichtig, um auch zukünftigen Generationen dieses Naturwunder zu erhalten.

 

 

Hintergrundinformation

 

Mahd und Beweidung

 

Die Bergmähwiesen werden durch eine ein- bis zweischürige Mahd genutzt. Selten gibt es auch drei- und mehrschürige Wiesen. Große Flächenanteile werden extensiv bewirtschaftet oder zusätzlich zur Mahd beweidet. Häufig sind Rinderweiden, vereinzelt auch Pferde- und Schafweiden zu finden.

 

Die Heuernte:

Der traditionelle Mahdtermin dieser artenreichen Bergmähwiesen im Vogelsberg liegen zwischen dem 15.Juni und 15 Juli. Das Gras wird gemäht, meist drei Tage lang gewendet und getrocknet und dann in Rund und/oder Quaderballen gepresst.

 

Aspekte  zum Kauf regionaler Produkte:

Die im Vogelsberg wirtschaftenden Betriebe erhalten durch die Mahd die vielfältige Flora und Fauna auf der Flächen wie z.B. Arnika, weichen Pippau, Flockenblume und die Türkenbundlilie- (die Wappenblume des Vogelsbergkreises) die sonst durch Verbuschen oder Verbrachen bedroht wären. Die Herausforderung ist es dabei Naturschutz und Landnutzung nachhaltig in Einklang zu bringen und dabei insbesondere  die wirtschaftlichen Zwänge, denen die Landnutzer unterworfen sind, zu berücksichtigen. Diese ergeben sich vor allem durch die meist nicht kostendeckenden Erträge der nachhaltigen Bewirtschaftung.

Trotz Ausgleichszahlungen durch Agrarumwelt- und Naturschutzförderprogramme. Die der besonderen Bedeutung der Landnutzer für unsere Landschaft Rechnung tragen sollten, erleben viele der  heimischen Landwirte wirtschaftlich schwere Zeiten, da Erlöse aus Vermarktung und Agrarförderung die hohen Kosten für Winter-Futtermittel für die Weidetiere sowie für die Pacht und Investitionen kaum decken. Die hohen Arbeitsbelastungen in der Viehhaltung ohne Wochenendfreizeiten und Urlaub tragen ihr Übriges dazu bei, dass die Zahl der Haupt und Nebenerwerbsbetriebe im Vogelsberg seit Jahren rückläufig ist.

Deshalb ist die Zusammenarbeit der Landwirte mit dem Vogelsbergkreis, dem Umweltministerium und mit der Nachhaltigkeitsinitative Nähe ist Gut als weiterer Baustein sehr wichtig, um diesen  großen Herausforderungen zu begegnen.

 

Wie können Sie sich als Verbraucher für die Bergmähwiesen engagieren?

Durch den Kauf von regionalen Produkten, wie Rind- und Lammfleisch, Wurstwaren, Käse, Bergmähwiesenhonig, Heukissen  und andere Produkte können Sie als Verbraucher und Wanderer die Region Vogelsberg bei der Erhaltung der besonderen Pflanzenvielfalt der Bergmähwiesen tatkräftig unterstützen. Durch den Kauf dieser regionalen Produkte können Sie die örtlichen Landwirte in Ihren Bemühungen unterstützen dieses artenreiche Grünland zu erhalten. Nicht nur die Bergmähwiesen, sondern auch die wichtige Arbeit der Bewirtschafter würde dadurch wieder wertgeschätzt.

 

 

Weiterführende Informationen

 

 

Bildergalerie

„In den kleinen Dingen zeigt die Natur ihre größten Wunder.“

Marco und Melanie Straßberger

Familie mit landwirtschaftlichem Nebenerwerbsbetrieb aus Herchenhain