Die einzigartigen Bergmähwiesen im Vogelsberg sind keine Wildnis, sondern ein vom Mensch gemachtes Naturwunder. Viele gefährdete Arten haben hier ihren Lebensraum.

 

Besondere Pflanzenarten der Bergmähwiesen sind z.B. Weichhaariger Pippau, Kugel-Teufelskralle, Wald-Storchenschnabel oder Arnika. Die Landwirte mähen die Wiesen zu ganz bestimmten Zeitpunkten ein- bis zweimal im Jahr (die Mahd) und erhalten damit die Pflanzenvielfalt. Diese jahrhundertealte Form der Bewirtschaftung ist heute jedoch wirtschaftlich wenig effizient. Die Zahl der Bewirtschafter nimmt immer mehr ab. Doch ohne Pflege würden die Flächen verbuschen oder verbrachen und die einzigartige Artenvielfalt verlorengehen.

 

Agrarumweltprogramme fördern den Erhalt dieser Kulturlandschaft und tragen zum Schutz der Artenvielfalt bei. Sowohl für den Vogelsbergkreis, das Land Hessen, das Bundesamt für Naturschutz als auch für die Nachhaltigkeitsinitiative „Nähe ist gut“ ist der Erhalt der Bergmähwiesen ein Leuchtturmprojekt.

 

Sie als Verbraucher können die Landwirte durch den Kauf regionaler Produkte wie Rind- und Lammfleisch, Käse oder Honig bei der Erhaltung der Bergmähwiesen unterstützen.

 

 

Hintergrundinformation

 

Erhaltung der Kulturlandschaft Hoher Vogelsberg

 

Der Vogelsberg bietet eine Fülle landschaftlicher Facetten. Viele davon sind durch eine traditionelle Bewirtschaftung durch Landwirte entstanden. Entwaldung, Beweidung und anderweitige land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Nutzung trugen dazu bei, neue Lebensräume und unterschiedlichste Landschaftsmosaike zu schaffen: die Kulturlandschaften. Mit Agrarumweltprogrammen wird der Erhalt und die Pflege dieser Kulturlandschaften unterstützt und trägt damit zum Schutz der Artenvielfalt, und auch zum Naturerleben im Vogelsberg bei.

 

Diese jahrhundertalte Form der Bewirtschaftung der Bergmähwiesen ist aufgrund der ökonomischen Ansprüche an die Landwirtschaft wenig effizient geworden. Durch die notwendige  extensive Bewirtschaftung und eine ein bis zweimalige Mahd mit Nachbeweidung im Jahr, ist der Erhalt dieser Flächen nicht mehr wirtschaftlich. Wenn allerdings niemand mehr die Bergmähwiesen bearbeitet und pflegt, wird diese einzigartige Pflanzen- und Tiervielfalt stark zurückgehen. Dadurch ginge dem  Land Hessen ein wertvoller Naturraum verloren.

 

Die national als bedeutend eingestufte Artenvielfalt des Vogelsbergs ist durch den Menschen entstanden und an die traditionelle Bewirtschaftung unserer Heimat gebunden. Daher ist der Erhalt auch nur gemeinsam mit den örtlichen Landnutzern und Konsumenten möglich.

 

 

Weiterführende Informationen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildergalerie

„Unsere Vorfahren und wir haben unsere Fläche in Herchenhain nachhaltig bewirtschaftet und nicht die höchsten Erträge von der Natur gefordert. Aus diesem Grunde ist die Artenvielfalt dieser schönen Vogelsberger Landschaft erhalten geblieben. Ich wünsche den Besuchern viel Freude beim Genießen, wobei Sie mit der schönen Natur rücksichtsvoll umgehen sollen( z.B. keine Pflanzen und Tiere sammeln).

Durch den Kauf von regionalen tierischen Produkten können Sie die bäuerliche Landwirtschaft hier bei uns fördern und unterstützen.“

Klaus Port

Landwirt  aus Herchenhain